Wasser Infrastruktur Ressourcen (Institut)

CoMinGreat

KONZEPTION EINER MIKROSCHADSTOFF-PLATTFROM FÜR DIE GROßREGION

COMPETENCE PLATFORM FOR MICROPOLLUTANTS IN THE GREATER REGION

Projektlaufzeit: 01/2021 - 12/2022

Projektbearbeitung durch: siwawi

Bearbeiter:

Förderung:

  • Europäische Union, Grenzüberschreitendes Programm zur europäischen territorialen Zusammenarbeit (INTERREG V A)

Kofinanzierung:

  • Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz (MUEFF)
  • Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes (MUV)
  • Ministère de l'Environnment, du Climat et du Développement durable du Luxembourg

Aktive Projektpartner:

  • Entsorgungsverband Saar EVS, Leadpartner (D)
  • Universität Luxemburg UL (L)
  • Centre National de Recherche Scientifique CNRS (F)
  • Hydreos (F)
  • Centre Belge d'étude et de documentation de l'eau CEBEDEAU (B)
  • TU Kaiserslautern (D)

Veranlassung

Mikroschadstoffe, wie z. B. Arzneimittelwirkstoffe, Pestizide, stellen im urbanen Wasserkreislauf zunehmend eine Herausforderung dar. Diese Stoffe gelangen punktuell über kommunale Kläranlagen und Regenentlastungen sowie über diffuse Einträge in die Gewässer. Ein umfassender Gewässerschutz erfordert daher u.a. die Nachrüstung relevanter kommunaler Kläranlagen mit weitergehenden Verfahrensstufen zur Mikroschadstoffelimination.

Die Großregion (GR) besteht aus der französischen Region Grand Est, der belgischen Wallonie, Luxemburg und den Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz. Sie ist gekennzeichnet durch grenzüberschreitende Flusseinzugsgebiete, zahlreiche Landesgrenzen und somit unterschiedliche politische Entscheidungsträger.

Im Bereich der GR wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte zu den unterschiedlichen Aspekten von Mikroschadstoffen im urbanen Wasserkreislauf durchgeführt. Die hierbei bearbeiteten Fragestellungen, die durchgeführten Messprogramme und die untersuchten Techniken waren dabei ebenso heterogen wie die Charakteristik der untersuchten Einzugsgebiete.

Zielstellung

Übergeordnetes Ziel des Projektes CoMinGreat ist die Sammlung und Harmonisierung von Wissen in der Großregion im Themenfeld Mikroschadstoffe, dem Ausbau vorhandener Kompetenzen, dem Wissenstransfer, sowie der Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Hierzu soll eine  umfassende Internetplattform zu Mikroschadstoffen, Reinigungsverfahren und Synergieeffekten kombiniert mit einer interaktiven Karte erstellt werden. Hinzu kommt ein Informations- und Demonstrationszentrum als zentrale Anlaufstelle für die Akteure und Entscheidungsträger in der GR. 

Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines modellgestützten Planungs- und Betriebswerkzeuges, welches einen immissionsbasierten und ressourcenorientierten Betrieb der Anlagen ermöglichen. Dazu werden ein Gewässermodell und ein Kläranlagenmodell gekoppelt sowie verschiedene Verfahren zur Mikroschadstoffelimination parallel auf einer Kläranlage errichtet und gleichzeitig modelltechnisch abgebildet. 

Mit den Ergebnissen des Projektes sollen die derzeit in den Ländern der Großregion entwickelten Strategien zum Umgang mit Mikroschadstoffen aus der Abwasserentsorgung verknüpft und ggf. harmonisiert werden. 

Vorgehensweise

Aufbau einer Internetbasierten Mikroschadstoffplattform als Wissensdatenbank

Auf der Internetplattform soll das Wissen der Akteure und Entscheidungsträger in der GR im Themenfeld Mikroschadstoffe gebündelt kommuniziert werden, um Wissensdefizite hinsichtlich des Umgangs mit Mikroschadstoffen im urbanen Wasserkreislauf zu reduzieren. Auf der Internetplattform soll u. a. eine interaktive Karte mit der Belastung in Gewässern und Kläranlagen mit additiven Reinigungsstufen integriert werden. Die Plattform soll Informationen zu laufenden und bereits abgeschlossenen Projekten und etablierten Technologien informieren. Informationen für politische Entscheidungsträger sollen in geeigneter Weise aufbereitet werden. Die Plattform soll darüber hinaus der allgemeinen Öffentlichkeit Hinweise zum vorbeugenden Handeln (Reduzierung an der Quelle) geben.

Die TUK ist als aktiver Partner für die Zusammenstellung der Daten und Informationen für die Plattform verantwortlich.

Konzeption eines Informations- und Demonstrationszentrums

Für die Bürgerinnen und Bürger in der Großregion soll ein Informations- und Demonstrationszentrum konzipiert und auf der saarländischen Kläranlage Bliesen errichtet werden. Am Informations- und Demonstrationszentrum soll die Öffentlichkeit und Fachleute über die grundlegende Thematik, Verfahren und Technologien und Vermeidungsmaßnahmen zielgruppenorientiert informiert werden. 

Auf der Kläranlage Bliesen soll eine mobile Versuchsanlage zum Vergleich von additiven Technologien zur Elimination von Mikroschadstoffen errichtet und betrieben werden. Es sollen gängige aber in der GR noch wenig erprobte Verfahren und neue innovative Verfahren untersucht werden. 

Stoffflussmodellierung als Instrument zur Ressourceneffizienz

Ein Bilanzmodell eines Gewässers und einer Kläranlage sollen gekoppelt werden und am Beispiel des Referenzgebietes Blies und der Kläranlage Bliesen angewendet werden. Mit dem gekoppelten Modell können die Stoffeinträge aus der kommunalen Kläranlage und die Konzentration der Stoffe im Gewässer auf Grundlage des Abflussgeschehens abgebildet werden. Die Wirkung weitergehender Reinigungsstufen auf die Gewässerbelastung kann damit differenziert untersucht und bewertet werden. Durch die Untersuchungen soll die Grundlage für mittel- und langfristige Entscheidungen zum erforderlichen Ausbau kommunaler Kläranlagen mit weitergehenden Reinigungsstufen zur Spurenstoffelimination und Phosphorelimination geschaffen werden. 

Die TUK ist als aktiver Partner für die Weiterentwicklung des Gewässermodells verantwortlich.

Demonstrationsanlage

Auf der Kläranlage Bliesen soll eine mobile Versuchsanlage zur Erprobung verfügbarer Verfahrenstechniken realisiert werden. Ziel hierbei ist die Optimierung der Verfahren und Verfahrenskombinationen hinsichtlich Reinigungsleistung und Kosteneffizienz. Dabei werden bekannte und bereits großtechnisch erprobte Verfahren sowie auch ein neu entwickelter Bodenfilter mit speziellem Substrat erprobt. Der Bodenfilter eignet sich für kleinere und mittlere Kläranlagen. 

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