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Mitfahrerparkplätze digital

Wie nutzen Menschen in Rheinland-Pfalz Mitfahrangebote und wie können digitale Dienste und Smartphones diese Nutzung verbessern? Dieser Frage geht die TU Kaiserslautern gemeinsam mit dem Mitfahrnetzwerk flinc nach – ab diesem Monat im Feldversuch.

Quelle: TU Kaiserslautern

Analoge Angebote digital verbreitern, das ist der Ansatz den das Forschungsteam des Instituts für Mobilität & Verkehr (TU Kaiserslautern) gewählt hat. 140 Mitfahrerparkplätze gibt es in Rheinland-Pfalz, doch jetzt soll dieses Angebot auch online und mobil im Mitfahrnetzwerk flinc auf flinc.org/mfp abgebildet werden. Ähnlich wie am Bahnsteig sind im Onlineangebot für jeden Mitfahrparkplatz Abfahrtsziele und –uhrzeiten der Treffpunkte zu sehen. Jeder kann ganz einfach und kostenfrei bei flinc seine Fahrt hinzufügen, mit der geteilten Fahrt Geld sparen und vielleicht eine neue Bekanntschaft machen. „Im besten Fall kann ich also künftig auch solche Fahrer oder Mitfahrer finden, die ich aufgrund meiner Arbeitsstätte noch nicht auf dem Schirm hatte. Ob spontan oder fortan fest vereinbart kann ich selbst entscheiden“, erklärt Sascha Baron, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mobilität & Verkehr an der TU Kaiserslautern.

„KoPeMi“ heißt das Projekt, das im Sommer 2014 startete und vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur (ISIM) gefördert wird. „In der ersten Projektphase im Winter 2014 haben wir Pendlerinnen und Pendler auf 17 Mitfahrerparkplätzen in Rheinland-Pfalz interviewt. Vielen fällt es schwer, außerhalb ihrer Betriebe Fahrgemeinschaften oder Mitfahrer zu finden“, sagt Sascha Baron. Mit KoPeMi wollen die Wissenschaftler herausfinden ob digitale Angebote den Verkehr reduzieren und Menschen im ländlichen Raum einen Mehrwert bieten können.

Das Team und der Projektpartner Landesbetrieb Mobilität (LBM) stellen sich auch die Frage, wie die Mitfahrerparkplätze und Angebote aktuell genutzt werden. Erste Interviews haben bereits ergeben: Akzeptanz und Auslastung sind hoch und die durchschnittliche Fahrgemeinschaft besteht aus rund drei Personen. Weitere Interviews werden aktuell ausgewertet – die Ergebnisse erwartet das Team im März. Das Pilotprojekt läuft vorerst bis Ende 2015, bis dahin erwarten alle Projektbeteiligten interessante Ergebnisse.

Hintergrund flinc

flinc ist ein kostenloses Mitfahrnetzwerk für flexible Mobilität in der Region. Gibt ein Nutzer sein Fahrtziel an, schlägt flinc ihnen die passende Mitfahrgelegenheit vor – automatisch, adressgenau und in Echtzeit. Jeden Monat sind über 650.000 Fahrten auf flinc verfügbar. Durch ein intelligentes Routen-Matching vermittelt flinc Mitfahrer entlang der ganzen Fahrerstrecke – auch auf Teilstrecken. Vertrauen ist alles: Mit persönlichen Profile und sozialer Vernetzung bietet flinc die zusätzliche Sicherheit eines Vertrauensnetzwerks. flinc ist ein Angebot für Smartphone (iOS, Android) und PC.

 

Hintergrund „KoPeMi“

Rheinland-Pfalz ist ein Flächen- und Pendlerland. Geschätzt eine Million Rheinland-Pfälzer (von rund zwei Millionen Erwerbstätigen) sind als Berufspendler mit dem Auto unterwegs. Theoretisch ließe sich diese Zahl durch Fahrgemeinschaften halbieren. Seit Ende der 1980er Jahre wurden in Rheinland-Pfalz bis heute rund 140 Mitfahrerparkplätze eingerichtet, die neben dem Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs ein sinnvolles Angebot zur Verkehrsreduzierung darstellen.

Wie sich deren Nutzung im Detail darstellt, z. B. tageszeitlich, mit welchem Einzugsbereich und hinsichtlich der gebildeten Fahrgemeinschaften, ist bislang kaum bekannt.

Das Projekt „Kollektive Pendlerverkehre am Beispiel von Mitfahrerparkplätzen in Rheinland-Pfalz mit der Hilfe von Location-Based-Services (KoPeMi)“ setzt hier mit den folgenden Fragen an:

  • Wie werden Fahrgemeinschaften und Mitfahrerparkplätze in Rheinland-Pfalz genutzt?
  • Unterstützen Smartphones Fahrgemeinschaften?
  • Welche Bündelungspotentiale können erzielt werden?
  • Welche Effekte hat dies auf die Mobilität im ländlichen Raum?

Das Projekt wird durch das Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur (ISIM) gefördert. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Institut für Mobilität & Verkehr (imove) an der Technischen Universität Kaiserslautern. Weitere Projektpartner sind der Landesbetrieb Mobilität RLP und die Firma flinc.

Es gliedert sich in drei Phasen (Projektabschluss für Ende 2015 geplant):

  1. Bestimmung der Ausgangssituation: Interviews mit Pendlerinnen und Pendlern auf ausgewählten Mitfahrerparkplätzen in RLP (November – Dezember 2014),
  2. Implementierung der Mitfahrerparkplätze in die flinc-Technologie und Öffentlichkeitsarbeit (Februar – März 2015),
  3. Bestimmung der Wirksamkeit: Nachher-Interviews und laufende Beobachtung anonymer Nutzungsdaten (Februar – ca. September 2015).

Weitere Infos auf http://www.bauing.uni-kl.de/imove/forschung/kopemi/

Ansprechpartner

TU Kaiserslautern – imove:

Dipl.-Ing. Sascha Baron // 0631/205-4261 // sascha.baron[at]bauing.uni-kl.de

Flinc AG:

Benjamin Kirschner // 06151/39212360 // benjamin.kirschner[at]flincteam.org

Bildanlage: Bildmaterial kann gerne angefordert werden.

Bildquelle: TU Kaiserslautern --> Nutzung mit Quellenangabe für Pressezwecke gestattet