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    Erprobung eines Dolomitreaktors zur Bekämpfung von Schwimmschlamm und Schaum auf der Kläranlage Buchholz

    Beschreibung

    Projektlaufzeit: 2008 - 2009

    Bearbeiter:

    Die Verbandsgemeindewerke Bruchmühlbach-Miesau betreiben im Ortsteil Buchholz eine mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage für 13.000 Einwohner + Einwohner-gleichwerte. Die Reinigungsleistung der Anlage ist hinsichtlich der abgaberelevanten Parameter als sehr gut zu bezeichnen. Ein gravierendes Problem stellt jedoch der zeitweise auftretende Schwimmschlamm – verursacht durch nocardioforme Actinomyceten – dar. Diese fadenförmigen Organismen lösten ab Winter 2005 die Organismen der Gattung Microthrix, die vorher bereits seit einigen Jahren auf der Anlage zu Schlammproblemen führten, ab. Durch Verbesserung der Sauerstoffversorgung konnte Microthrix verdrängt werden, da jedoch die nocardioformen Actinomyceten vergleichbare Selektionsbedingungen aufweisen und sich auch bei höheren Sauerstoffgehalten gegen die flockenbildenden Bakterien durchsetzen können, reicherten sich diese Organismen nun an. Das Auftreten von Schwimmschlamm und Schaum kann dazu führen, dass maßgebliche Feststoffmengen aus der Nachklärung abtreiben und damit insbesondere die CSB- und Phosphorkonzentrationen erhöhen. Zudem kommt es im Einzugsgebiet der KA Buchholz in unregelmäßigen Abständen – vermehrt seit Dezember 2007 – zeitweise zu einer massiven Einleitung von hohen CSB- (teilweise auch Stickstoff- und Phosphor-) Frachten, verbunden mit einer Erhöhung der Konzentration an Fetten und Tensiden. Diese Einleitungen – deren Quelle bislang nicht zweifelsfrei festgelegt werden konnte – führen innerhalb sehr kurzer Zeit zu einer weiteren Verschärfung der Schlammproblematik. Tritt infolge der beschriebenen Einleitungen eine massive Schaumbildung auf den Belebungsbecken auf, kann die Belüftung nur in sehr kurzen Zeiträumen betrieben werden, da es ansonsten zu einem ‚Überlaufen’ der Becken kommt. Durch die kurzen Belüftungszeiten ist zum einen eine sichere Einhaltung der Ammonium-Ablaufanforderungen nicht mehr gewährleistet, zum anderen wird der Belebtschlamm nicht ausreichend stabilisiert, was wiederum zu Geruchsproblemen bei der Ablagerung des Klärschlamms führt. Auf der Kläranlage Buchholz wurden in den letzten Jahren zahlreiche Möglichkeiten der Bekämpfung der fadenförmigen Organismen erprobt; eine nachhaltige Lösung konnte jedoch nicht gefunden werden. Ein neuer, innovativer und erfolgversprechender, dabei auch sehr wirtschaftlicher Ansatz wurde von der Fa. Kronos in Zusammenarbeit mit einigen Kläranlagenbetreibern in Baden-Württemberg und Bayern erprobt. Hierbei wird ein Teilstrom des von fadenförmigen Organismen betroffenen Belebtschlamms kontinuierlich über einen sog. ‚Dolomitreaktor’ geführt. Hierdurch kommt es zu einer Bindung der kalkaggressiven Kohlensäure und zu einer Erhöhung des Calciumcarbonat-Anteils in der Belebtschlammflocke. Auf einigen der bislang mit diesem Verfahren ausgestatteten Anlagen konnte hierdurch das Schwimmschlammproblem nachhaltig unterbunden werden. Die Verbandsgemeindewerke Bruchmühlbach-Miesau entschlossen sich zur Erprobung eines Dolomitreaktors zur Bekämpfung der Schwimmschlammproblematik auf der KA Buchholz und beauftragten im Mai 2008 das Zentrum für Innovative AbWassertechnologien an der Technischen Universität Kaiserslautern (tectraa) mit der wissenschaftlichen Begleitung des Versuches.

    Finanzierende Institution(en)

    • Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau