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    Erprobung eines Dolomitreaktors zur Bekämpfung von fadenförmigen Organismen auf der KA Landau

    Beschreibung

    Projektlaufzeit: 2009 - 2010

    Bearbeiter:

    Die Entsorgungswerke Landau betreiben eine mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage am Standort Landau, die für 120.000 Einwohner + Einwohnergleichwerte ausgelegt ist. Die Kläranlage ist zweistraßig ausgebaut und wird als Anlage mit intermittierender Nitrifikation/Denitrifikation betrieben; die Regelung der Belüftungsphasen erfolgt über einen Regler der Fa. Passavant Intech, basierend auf den Parametern Redox-Potenzial, Ammonium und Nitrat. Der Schlamm wird anaerob ausgefault. Von etwa Mitte September bis Ende Oktober wird die Anlage neben dem häuslichen und gewerblich-industriellen Abwasser mit Abwässern aus der Weinbaukampagne belastet; die zusätzlichen (Kohlenstoff-) Frachten liegen in einer Größenordnung von ca. 40.000 – 50.000 EW. Ein gravierendes Problem auf der Anlage stellt das zeitweise Auftreten von fadenförmigen Organismen dar, die durch Blähschlammbildung einen stabilen und wirtschaftlichen Betrieb der Anlage erheblich erschweren. Im Rahmen einer Beprobung der Anlage im November 2007 wurde Schlamm aus dem Belebungsbecken abgezogen und im Labor des FG Siedlungswasserwirtschaft mikroskopisch untersucht. Hierbei wurde festgestellt, dass im Schlamm eine Mischung aus Schwefel-/Hochlastbakterien (v.a. Typ 021N) sowie Niedriglastbakterien (insbesondere Microthrix parvicella und nocardioforme Actinomyceten) vorliegt; diese Mischung von Organismen mit unterschiedlichen Selektionsfaktoren macht eine Bekämpfung mit ‚herkömmlichen Mitteln’ wie bspw. Zugabe von Poly-Aluminium-Verbindungen oder Anpassung der Sauerstoffkonzentration schwierig. Auf der Kläranlage Landau wurden in den letzten Jahren zahlreiche Möglichkeiten der Bekämpfung der fadenförmigen Organismen erprobt; eine nachhaltige Lösung konnte jedoch nicht gefunden werden. Ein neuer, innovativer und erfolgversprechender, dabei auch sehr wirtschaftlicher Ansatz wurde von der Fa. Kronos in Zusammenarbeit mit einigen Kläranlagenbetreibern in Baden-Württemberg und Bayern erprobt. Hierbei wird ein Teilstrom des von fadenförmigen Organismen betroffenen Belebtschlamms kontinuierlich über einen sog. ‚Dolomitreaktor’ geführt. Hierdurch kommt es zu einer Bindung der kalkaggressiven Kohlensäure und zu einer Erhöhung des Calciumcarbonat-Anteils in der Belebtschlammflocke. Auf einigen der bislang mit diesem Verfahren ausgestatteten Anlagen konnte hierdurch das Schwimmschlammproblem nachhaltig unterbunden werden. Die Entsorgungswerke Landau entschlossen sich zur Erprobung eines Dolomitreaktors zur Bekämpfung der fadenförmigen Organismen auf der KA Landau und beauftragten im Februar 2009 das Zentrum für Innovative AbWassertechnologien an der Technischen Universität Kaiserslautern (tectraa) mit begleitenden Untersuchungen.

    Finanzierende Institution(en)

    • Entsorgungswerke Landau