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BIM - Bauingenieurwesen 4.0

 Lucia Federicsová | Hamid Sadegh-Azar | Moritz Lönhoff


Building Information Modelling (BIM) ist derzeit eines
der meist verwendeten Schlagworte, wenn es um die
Zukunft des Bauwesens geht. Durch BIM bestehen tiefgreifende
Möglichkeiten zur Computerunterstützung bei
Planung, Bau und Betrieb von Bauwerken, da Bauwerksinformationen
nicht in einzelnen Bauplänen abgelegt,
sondern in Form eines umfassenden digitalen Bauwerksmodells
erstellt, vorgehalten und weitergegeben werden.
Zum einen können die Koordination der Planung,
die Anbindung von Simulationen, die Steuerung des
Bauablaufs und die Übergabe von Gebäudeinformationen
an den Betreiber deutlich verbessert werden. Zum
anderen werden durch den Wegfall von Neueingaben
und der konsequenten Weiternutzung digitaler Informationen
aufwendige und fehleranfällige Arbeiten vermieden
und ein Zuwachs an Produktivität und Qualität
erzielt. Insbesondere die Baubranche gilt jedoch eher
als konservative und sehr diversifizierte Branche, was
es schwierig macht, neue Konzepte zu etablieren. Zwar
werden im Bauwesen derzeit schon digitale Methoden
eingesetzt, der Grad der Weiternutzung einmal erzeugter
digitaler Informationen bleibt jedoch weit hinter
dem anderer Branchen zurück.
Wenngleich BIM von etlichen Experten als eine der
vielversprechendsten Entwicklungen innerhalb der
Baubranche charakterisiert wird, stehen einem flächendeckenden
Einsatz noch einige Probleme im Weg. So
mangelt es nach einer repräsentativen Studie der Forschungsinitiative
„Zukunft Bau“ noch an gemeinsamen
Datenpools und Datenschnittstellen.
Das Fachgebiet Statik und Dynamik der Tragwerke
arbeitet an der Verbesserung der Schnittstellen zur
Anbindung an Software zur Tragwerksplanung, um noch
vorhandene Hindernisse beim Einsatz von BIM zu beseitigen.
Hierfür wurde ein komplettes BIM-Modell des
Bauingenieurgebäudes an der TU Kaiserslautern erstellt.
Es wurden sämtliche Informationen zu Geometrie, Kosten,
technischen Daten sowie weitere Abhängigkeiten
implementiert. Der Fokus wurde dabei auf die detaillierte
Modellierung der Tragstruktur gelegt. Materialeigenschaften,
Bewehrungsführung und Lasten wurden
realitätsnah abgebildet. Mit Hilfe des erstellten Modells
werden in aktuellen Forschungsarbeiten Schnittstellen
zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen untersucht,
verglichen und bewertet.