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Das Living Lab smart office space ist ein Gemeinschaftsprojekt der TU Kaiserslautern und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Es dient dem Fachgebiet Gebäudesysteme und Gebäudetechnik von Prof. Dr.-Ing. Sabine Hoffmann als Experimentierraum für Innovationen im Bereich Personalized Environment und Ambient Intelligence.

Neben neuen gebäudetechnischen Ansätzen für die individuelle Behaglichkeit der GebäudenutzerInnen werden Gebäude- und Raumautomationslösungen mit adaptiven Fassaden und regelbarer Beleuchtung entwickelt.

Dabei steht neben Komfort immer auch der energieeffiziente Gebäudebetrieb im Fokus.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Dengel werden außerdem Soft- und Hardwareentwicklungen aus verschiedenen Forschungsbereichen des DFKI im Living Lab eingesetzt und evaluiert.

Als Living Lab ist es nicht nur wissenschaftliches Forschungslabor, sondern wird als temporärer Arbeitsplatz von Angehörigen der TU Kaiserslautern und des DFKI genutzt.

Die im Living Lab arbeitenden Menschen nutzen die zukunftsweisenden Technologien und fungieren gleichzeitig als ProbandInnen zur Evaluation und Weiterentwicklung.

Thermischer Komfort

Die Zufriedenheit mit der Umgebungstemperatur ist wichtig für die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Menschen. Da die individuelle Wohlfühltemperatur zum Teil sehr unterschiedlich ist, stellt der thermische Komfort besonders im Großraumbüro häufig ein Problem dar:  Den Einen ist noch zu warm, während die Anderen schon die Heizung aufdrehen möchten.

Neue Ansätze ermöglichen eine dezentrale Bereitstellung von Wärme in Form von Heiz- und Kühlstellwänden oder von Bürostühlen mit Klimafunktion. Die dezentrale Raumkonditionierung bringt nicht nur häufig eine erhöhte Zufriedenheit mit sich, sondern kann zu einem energieeffizienteren Gebäudebetrieb führen. Wer z.B. über eine Sitzheizung verfügt, benötigt nicht ganz so hohe Raumlufttemperaturen, wodurch die zentrale  Heizanlage etwas gedrosselt werden kann. Im Sommer bietet eine erhöhte Wärmeabfuhr durch verstärkte Ventilation über im Stuhl integrierte Lüfter höheren thermischen Komfort.

Seit Juli 2015 wird mit Klimastühlen im Bürobetrieb eine Studie im Rahmen des Living Lab smart office space durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse zeigten Potenzial für sommerliche Bedingungen und viel- versprechende Resultate für die Heizperiode.

Licht

Die Bedeutung von Tageslicht und Arbeitsplatzbeleuchtung für das Wohlbefinden und produktive Arbeiten ist unumstritten. Erkenntnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass nicht nur die vorhandene Beleuchtungs- stärke wichtig ist, sondern dass die Farbtemperatur, die durch das Lichtspektrum bestimmt wird, eine messbare Wirkung  auf den Biorhythmus ausübt. Hohe Farbtemperaturen produzieren z.B. blauweißes Licht, das dem Lichtspektrum aus dem Himmelshalbraum sehr ähnlich ist. Dieses Licht wird von speziellen Rezeptoren im Auge aufgenommen und wirkt anregend. Dabei wird die Melatoninproduktion unterdrückt, die Aufmerksamkeit gesteigert und das Schlafbedürfnis vermindert.  Diese Effekte ließen sich beim therapeutischen Einsatz in der Altenpflege sowie bei Depressions- und Demenzkranken nachweisen.

Das Wissen um die biologische Wirkung von Licht soll nun vermehrt auch im Bereich der Bürobeleuchtung ein- gesetzt werden. Hohe Farbtemperaturen zu Beginn des Arbeitstages stimulieren den Geist; niedrigere Farbtemperaturen, die der einsetzenden Dämmerung entsprechen, bereiten am Ende des Arbeitstages auf den Tagesaus- klang vor. Um die Nützlichkeit unterschiedlicher Farbtemperaturen in der Büroumgebung zu untersuchen und gleichzeitig auch die Grenzen und Risiken zu erkennen, werden im Living Lab smart office space spektral regelbare Leuchten eingesetzt und durch regelmäßige Tests und Umfragen mit den Probandinnen evaluiert.

Sensorik und Aktivitätserkennung

Büroangestellte sitzen im Allgemeinen unter der Woche täglich ca. 10 Stunden und rund 8 Stunden am Wochenende. Zur Unterstützung sitzen- der Tätigkeiten wurden textile Drucksensormatten entwickelt, die diskret unter dem Sitzbezug angebracht werden und mit denen sich Sitzhaltung und Aktivität erkennen lassen. Jede Bewegung auf dem Stuhl führt zu einer Druckänderung und typische Bürotätigkeiten wie Computer- Arbeit, das Lesen eines Schriftstückes oder eine Diskussion mit den Kolleginnen lassen sich anhand der Druckänderung erkennen. Auf Basis dieser Kontextinformation können Umgebungsgrößen wie Beleuchtung, Belüftung oder Hintergrundmusik angepasst werden, um Behaglichkeit und Produktivität zu erhöhen und Energie zu sparen.

Im Living Lab smart office space wird eine Langzeitstudie durch- geführt, um zu untersuchen, wie und in welchem Umfang die kontextsensitive Raumanpassung das Leben und Arbeiten in Büroumgebungen unterstützen kann. Darüber hinaus ist geplant, Sensor- matten auch auf anderen Möbeln wie z.B. Schreibtischen und Sofas zu platzieren. Damit lässt sich die Genauigkeit der Aktivitätserkennung erhöhen und weitere Aktivitäten können erfasst werden.

Assistenz

Im Living Lab smart office space unterstützen persönliche Assistenten die Nutzer in ihrer täglichen Arbeit. Raumsensorik und Arbeitskontext liefern Evidenzen, um die Situation und den Informationsbedarf des Nutzers zu verstehen und geeignete Assistenz bereitzustellen. Der innovative Ansatz des Semantic Desktops bildet dabei das mentale Modell der Nutzer als persönliche Wissensbasis ab. Mittels semantischer Technologien werden Informationsquellen der Computer-Desktops sowie der Büroumgebung erschlossen und mit der Wissensbasis verknüpft. Das Wissen ist dann über Applikations- und Gerätegrenzen hinweg für den Nutzer verfügbar. Der Semantic Desktop ist damit eingebettet in die tägliche Arbeit im Living Lab smart offce space. Dazu gehört etwa das Erstellen von Texten, die Informationsrecherche und -organisation, die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Meetings sowie das Management von Aufgaben und Prozessen. Dies ermöglicht nun Mehrwertdienste wie ein situationsspezifisches Wissensmanagement für das Individuum und agile Teams, intelligente Raumplanung, evolutionärer Wissensaufbau und -verteilung oder etwa aufmerksamkeitsbasierte und kontextspezifische Informationsbereitstellung beim Lesen.