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Brandschutz im Schulbau: Schutzbedürfnis versus Lernlandschaft

Forschungsschwerpunkt:

Brandschutz

Fachgebiet Brandschutz

Prof. Dr.-Ing. Dirk Lorenz

1. Anlass und Ziel der Untersuchung

Als Auswirkung der PISA-Studie unterliegen die pädagogischen Konzepte in Deutschland seit einigen Jahren einem großen Wandel. Lehr- und Lernmethoden werden vielschichtiger angelegt, die Schule wird zunehmend als differenzierter Lebensraum begriffen. Damit gehen neue Anforderungen an den Schulbau einher, die sich plakativ mit dem Begriff der Schule als „Lernlandschaft“ beschreiben lassen. 

 

2. Räumliche Anforderungen an zeitgemäße Schulen

Zeitgemäße Schulen ermöglichen unterschiedliche Wege, Orte und Perspektiven des Lernens, um der Vielfalt an unterschiedlichen Lernmethoden und Lernformen zu entsprechen. Der herkömmliche Frontalunterricht verliert seine Dominanz.

Zudem werden Schulen mit der Einführung der Ganztagsschule zu Lern- und Lebensorten, die für vielfältige Aktivitäten auch jenseits des formellen Lernens geeignet sein müssen.

Vor diesem Hintergrund benötigen Schulen, die das Lernen als aktiven und interaktiven Prozess begreifen, ein anderes als das bisher übliche Raumangebot.

 

3. Brandschutz als limitierender Faktor für zukunftsorientierte Lernkonzepte

Das Schulhaus wird nicht mehr in monofunktionale Räume aufgeteilt, also Klassenraum und Flur, sondern als komplexes Gebilde mit differenziertem Raumangebot begriffen. Dem steht eine Vorschriftenlage gegenüber, die noch auf dem klassischen Raumverständnis basiert und – vereinfachend gesagt – mit Nutzflächen in abgeschlossenen Räumen operiert, aus denen man im Brandfall flüchten können muss, und mit Fluren und Treppen, die ausschließlich Erschließungsfunktion haben. 

 

Die dem Brandschutz innewohnenden Schutzziele und deren Konkretisierungen im Bauordnungsrecht kollidieren also mit dem Wunsch nach der Schule als Lernlandschaft. Im Schulbau wird dieses Problem derzeit im jeweiligen Einzelfall bewältigt, häufig durch individuelle Risikobetrachtungen, die mit meist aufwendigen Kompensationen oder funktionalen Einschränkungen genehmigungsfähige Planungen erschaffen.

 

4. Untersuchung

Ziel dieser Untersuchung ist es, einen zeitgemäßen und nachhaltigen Schulbau für die anstehenden Bau- und Sanierungsaufgaben zu fördern. Das Fachgebiet Baulicher Brandschutz der TU Kaiserslautern wird in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Bund Deutscher Architekten allgemeingültige Anforderungen, Prozessabläufe und anwendungsorientierte Handlungsempfehlungen formulieren, die einerseits dem Erreichen der bauordnungsrechtlichen Schutzziele des Brandschutzes dienen und andererseits die bauliche Umsetzung der gewünschten Lernräume erreichen