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Architektur

Idee

Das Projekt ETA-Zentrum soll als ein auf dem Campus errichtetes intelligentes Gebäude, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationszwecken, sowie der Weiterbildung dienen.

Mit diesem Gebäude wird der Stand der Energieeffizienz beim Bauen und in der Anlagentechnik präsentiert, aber auch zukunftsweisende Technologien sowie der Einsatz neuer Materialien werden erforscht.

Grundlage eines derzeit sehr guten Baustandards ist die Ausführung des ETA-Zentrums im Passivhausstandard (Gebäude mit einem Heizenergiebedarf von max.15 kWh/m²a).

Konzept

Das Bauwerk entwickelt sich auf Grund des energetisch zu optimierenden A/V-Verhältnisses (Verhältnis Außenhaut zu Gebäudevolumen) als kubische Grundform auf der Basis eines Quadrates. Die Ausrichtung und Öffnung des Kubus erfolgt exakt nach Süden.

Auf einer Grundfläche von 15 mal 15 m entsteht ein zweigeschossiger, massiver Baukörper. Durch einen kleinen Gebäudeaufbau auf dem Dach gelangt man zur Dachterrasse. Das Dach ist so vorbereitet, dass eine spätere Ergänzung oder Aufstockung des Gebäudes möglich ist.
Aus der quadratischen Grundform ergibt sich eine gleichmäßige Verteilung der Fassadenflächen auf alle vier Himmelsrichtungen. Dies gilt allerdings nicht für die Verteilung der Fensterflächenanteile. Während die Südfassade sich durch eine großzügige Verglasung auszeichnet, verfügt die Nordfassade nur über die nötigsten, kleinformatigen Fensteröffnungen. Die Verteilung der Fensterflächen auf der West- und Ostseite ergibt sich aus dem Übergang von offener zu geschlossener Fassade.
Die nach außen dringende und damit verlorene Energie soll dadurch auf ein Minimum reduziert werden, gleichzeitig die Sonneneinstrahlung  und die im Haus entstehende Wärme im Winter maximal genutzt werden.

Ansicht (Süd-Ost)
Modell (Nord-Ost)
Pictogramme Gebäudeaufteilung

Konstruktion

Die Bodenplatte unter dem Erdgeschoss wird als tragende Stahlbetondecke ohne zusätzliche Fundamente auf einem entsprechend vorbereiteten Untergrund aus dämmendem Schaumglasschotter ausgebildet. Die aufgehenden Wände bestehen aus Kalksandsteinmauerwerk, einem Material mit sehr hoher Wärmespeicherfähigkeit. Daran angebracht ist ein Wärmedämmverbundsystem. Die Verglasung der Südfassade erfolgt über eine Pfosten-Riegel-Fassade mit eingesetzten Öffnungsflügeln. Die Verglasung besteht aus einer Gas gefüllten Dreischeibenkonstruktion, die den Passivhausstandard einhält. Die Belichtungsöffnungen der Nordfassade werden hingegen als klassische Lochfassade ausgebildet.

Der sommerliche Wärmeschutz erfolgt ausschließlich und ohne Einbau aufwendiger Technik durch konstruktive Maßnahmen, beispielsweise über leicht in der Fassade zurückspringende Fensterflächen und sensorgesteuerte Jalousien.

Eine weitere Maßnahme ist ein Estrich aus Latentwärmespeichermaterial, der Versuchsweise in einem Raum in der südwestlichen Gebäudeecke eingebracht wurde. Die besonders hohe Wärmespeicherkapazität dieses Materials soll in der Praxis erprobt und mit einem Raum mit üblichem Estrich verglichen werden.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier

Schotterfundament
Glasschaumschotter
Wärmedämmverbundsystem

Architekt

Geplant und entworfen wurde das ETA-Gebäude von Dipl.-Ing. Alexander Blanz von Blanz Architekten aus Landstuhl.